Eilmeldung

Eilmeldung

Offenbar Kompromiss bei G-20-Gipfel

Sie lesen gerade:

Offenbar Kompromiss bei G-20-Gipfel

Schriftgrösse Aa Aa

Zum zweiten Mal in kurzer Zeit wollen die G-20-Staaten heute der Krise zu Leibe rücken. Am Abend zeichnete sich hier in London ein Kompromiss ab, der einen Grundsatzstreit wohl abwenden kann.

Demnach würden neben Banken auch die spekulativen Hedge-Fonds künftig reguliert. Der Internationale Währungsfonds bekäme eine größere Rolle für die weltweite Finanzaufsicht. Das waren Wünsche vor allem von Deutschland und Frankreich. Die deutsche Kanzlerin rief zur Entschlossenheit auf: “Es muss jetzt nur – und das ist doch die einmalige Chance – auch wirklich gründlich gemacht werden”, sagt Angela Merkel. “Was hier nicht verabredet wird, das wird auch die nächsten fünf Jahre nicht mehr verabredet.” Weitere Konjunkturprogramme werden dagegen nicht beschlossen; das soll offenbar bei Bedarf den einzelnen Ländern überlassen bleiben. Vor allem die USA hätten sich das wohl anders gewünscht; ihr Präsident sieht aber trotzdem keine grundlegenden Meinungsverschiedenheiten. Jeder in den G-20 habe seine eigenen Ziele, und man werde sich nicht immer einigen, sagt Barack Obama. Er habe Ideen mitgebracht, aber wolle auch zuhören und nicht nur andere belehren. In London traf Obama auch zum ersten Mal seinen russischen Kollegen Dmitri Medwedjew. Beide vereinbarten erste Schritte zu einem neuen Abrüstungsvertrag über Kernwaffen; das bisherige Start-Abkommen läuft zum Jahresende aus. Außerdem lud Medwedjew Obama nach Moskau ein; im Sommer soll der Besuch stattfinden.