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Schweiz "unglücklich" über graue OECD-Liste

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Schweiz "unglücklich" über graue OECD-Liste

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Nach Abschluss des G20-Gipfels hat die OECD einen “Fortschrittsbericht” über die Umsetzung der international vereinbarten Steuerstandards vorgelegt. Danach haben sich nur die Philippinen, Malaysia, Costa Rica und Uruguay noch nicht zur Einhaltung der Regeln verpflichtet. Europas Steueroasen wird bescheinigt, sich zwar zur Einhaltung der Vorschriften verpflichtet zu haben, diese Verpflichtung aber noch nicht umgesetzt zu haben. Damit kommen die Schweiz, Österreich, Belgien, Liechtenstein, Andorra, Gibraltar, Monaco und San Marino auf die “Graue Liste”.

Der Schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz zeigte sich enttäuscht, vor allem deshalb, weil die Schweiz ja Mitglied der OECD sei, aber keinerlei Möglichkeit hatte, auf die Kriterien für diese Liste Einfluss zu nehmen. “Und das ist natürlich unschön und zu bemängeln, aber es zeigt sich, dass wir auf internationaler Ebene bedeutend intensiver arbeiten müssen – wir sind ja auch dabei, wir haben erste Kontakte schon im Zusammenhang mit neuen Doppelbesteuerungsabkommen – aber letztlich ist es so, wir hatten hier keine Einflussmöglichkeiten”, klagte Bundespräsident Merz am Donnerstag in der “Tagesschau” des Schweizer Fernsehens. Im Gegensatz zur Schweiz und Liechtenstein sind die europäischen Kleinstaaten Monaco, Andorra und San Marino zu noch weniger Zugeständnissen bereit gewesen und laufen Gefahr den Zorn der G20 auf sich zu ziehen.