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Straßburg tote Stadt

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Straßburg tote Stadt

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Straßburg gleicht einer Geisterstadt. Schon die Zufahrtstraßen zur elsässischen Hauptstadt sind abgeriegelt. Insgesamt 10.000 Barrieren hat die Polizei aufgebaut. Genausoviele Beamte sind im Einsatz. Auf der anderen Rheinseite, in Kehl und Baden-Baden, sind es sogar 15.000. Im Zentrum Straßburgs, in den Sicherheitszonen Rot und Orange, kommt zum NATO-Gipfel eine Sicherheitskraft auf vier Einwohner.

Die kommen nur mit Passierschein weiter und sind sauer: “Sie enthalten uns ein Grundrecht vor: Sich frei in seinem Land zu bewegen. Eine Schande! Das ist keine schöne Demokratie!”, ruft eine Passantin. Ein anderer ist ebenso irritiert, erklärt aber ruhig: “Seit 35 Jahren wohne ich hier, aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Reagan habe ich erlebt, den Papst. Aber was hier vor sich geht, das haut mich komplett um.” Wer konnte, hat die Stadt verlassen. Viele Geschäfte sind geschlossen, ebenso Schulen und Büros. Das weltberühmte Münster steht für Samstag auf dem so genannten Damenprogramm und dem des Gatten der Kanzlerin. Die Läden am gotischen Bauwerk hat die Stadt gebeten, zu öffnen. Damit es nicht so tot aussieht.