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Kontroverse nach dem Beben

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Kontroverse nach dem Beben

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Die Italiener streiten darum, ob es eine Warnung vor dem schweren Erdbeben gegeben hat. Der Wissenschaftler Giampaolo Giuliani vom Laboratori Nazionali del Gran Sasso warnte angeblich schon vor Wochen vor einem Beben in der Region. Die verantwortlichen Politiker weisen das jedoch zurück. Ministerpräsident Silvio Berlusconi betonte bei einer Pressekonferenz, dass es keine Möglichkeit gebe, Erdbeben vorauszusagen. Niemand könne sagen, ob es in den kommenden Stunden oder Tagen zu Nachbeben komme. Giulianis Prinzip ist einfach: Mit kleinen, bleiverkleideten Behältern misst er die Menge von Radon, ein radioaktives Edelgas, das beständig aus den Tiefen der Erde austritt. Steigt die Konzentration erheblich an, liefere das einen Hinweis auf erhöhte Erbebengefahr, meint Giuliani. “Unser kleines Gerät, das wir einsetzen”, so Giuliani, “hat es uns ermöglicht, den Indikator, das Radon, zu messen – sechs bis 24 Stunden vor einem Erdbeben.” Viele Wissenschaftler kritisieren diese Methode, manche Experten lehnen Giulianis Theorien ab. Er selbst sagt, er habe das Beben vorausgesagt. Viele Italiener glauben das nun ebenfalls.