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Bouteflika will es noch einmal wissen

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Bouteflika will es noch einmal wissen

Bouteflika will es noch einmal wissen
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Der Wahlkampf in Algerien geht zu Ende – und trotz angeschlagener Gesundheit stehen die Chancen für Algeriens Präsidenten Abdelaziz Bouteflika gut, am Donnerstag für eine dritte Amtszeit gewählt zu werden. Profilierte Mitbewerber hat er nicht. Seine erneute Wiederwahl wurde durch eine Verfassungsänderung möglich.

Seinen Anhängern heizt er ein: “Algerien erwartet von Euch andere Siege, eine andere Arbeit und andere Revolutionen, nicht durch Gewalt, sondern durch Aufbau und Wiederaufbau, mit Wissen und Schöpfergeist.” Die Opposition spricht von einer Maskerade, da das Ergebnis so gut wie feststehe, und ruft zum Boykott auf. Unter den relativ unbekannten Herausforderern ist auch eine Frau, die Trotzkistin Louisa Hanoune. Gefährlicher als die Konkurrenten dürfte die Wahlbeteiligung für Bouteflika werden: Aufgrund der weit verbreiteten Frustration wird mit einer geringen Teilnahme gerechnet. Schon bei der letzten Parlamentswahl kam kaum mehr als ein Drittel der Wähler an die Urnen. Wird der Amtsinhaber mit wenigen Stimmen wieder gewählt, schadet das nach Ansicht von Kommentatoren seiner Autorität. Die Algerier in den Wüstenregionen und im Ausland, in Frankreich, wählen bereits seit einigen Tagen. Die Bevölkerung hält Bouteflika zugute, dass er nach jahrelangem Bürgerkrieg eine gewisse Ruhe und Ordnung ins Land brachte. Doch ganz ist der Terror nicht gebannt.