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Chaos und Grauen in L'Aquila

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Chaos und Grauen in L'Aquila

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Dem nächtlichen Beben folgten in L’Aquila Chaos und Grauen am Tag. Mehrstöckige Palazzi stürzen wie Kartenhäuser ein. Kirchtürme knickten um. In den Straßen klaffen tiefe Risse. Verstörte Menschen versuchten das Katastrophengebiet zu verlassen. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Gianfranco Fini, teilte mit, ganze Ortschaften seien dem Erdboden gleichgemacht worden.

Auch in den Krankenhäusern herrscht Chaos. Privatautos und Rettungswagen stauen sich vor den Eingängen der Notaufnahmen. Die Trinkwasserversorgung der Klinik von L’Aquila funktioniert nicht mehr, zeitweise kann nur noch ein Operationssaal benutzt werden. Die Menschen sind fassungslos, dass niemand sie vor dem Beben gewarnt hat. “Seit Dezember gab es Beben. Sie haben uns immer gesagt, das sei kein Problem”, klagt eine Einwohnerin. Experten sind sich einig, dass eine Erdbebenvorhersage nicht möglich ist. Und der Chef des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie kritisiert, dass in den erdbebengefährdeten Regionen Italiens nicht “der Gefahr angemessen” gebaut werde. Es seien Häuser eingestürzt, “die nicht dafür konstruiert worden seinen, einen solchen – nicht besonders heftigen – Erdstoß zu ertragen.”