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Eternit-Bossen droht Prozess wegen Asbests

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Eternit-Bossen droht Prozess wegen Asbests

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In Turin hat an diesem Montag die Vorverhandlung zu tausenden Fällen von Asbestverseuchung durch die Firma Eternit begonnen. Viele ehemalige Mitarbeiter aus Italien, Frankreich und der Schweiz fanden sich dazu ein. Nach der Vor-Anhörung wird eine Richterin entscheiden, ob die Fakten für einen Mega-Prozess gegen die beiden Ex-Besitzer von vier italienischen Eternit-Fabriken reichen. Ihnen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

“Mein Bruder ist an Krebs gestorben. Wir sind hier, um unsere Wut zu zeigen”, meint einer der eigens Angereisten. In fast dreitausend Fällen sollen sich die beiden Ex-Bosse, ein Schweizer und ein Belgier, für die Erkrankung beziehungsweise den Tod von Mitarbeitern verantworten, die in den siebziger und achtziger Jahren ohne den nötigen Schutz vor Asbeststaub bei der Firma arbeiteten. Der Schweizer Unternehmer hat jedem Asbestopfer eine Entschädigung von maximal 60.000 Euro angeboten – unter der Bedingung, dass die Betroffenen im Gegenzug darauf verzichten, im Prozess als Nebenkläger aufzutreten.