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Prognose sieht EVP vorn


Redaktion Brüssel

Prognose sieht EVP vorn

Die Europäische Volkspartei EVP könnte auch in Zukunft die meisten Vertreter im Europäischen Parlament stellen. Zu dieser Einschätzung kommen Wissenschaftler des Trinity College in Dublin und der London School of Economics. Sie stellten am Dienstag die Europawahlprognose Predict09 vor. Sie wurde im Auftrag der Beratungsagentur Burson-Marsteller erstellt und soll bis zur Wahl wöchentlich aktualisiert werden.

Die konservativ-christdemokratische Europäische Volkspartei stellt schon jetzt die meisten Abgeordneten. Trotz Verlusten soll das so bleiben. Dahinter folgt die sozialdemokratische SPE-Fraktion mit Zugewinnen. Die Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa ALDE wäre weiter drittstärkste Kraft. Insgesamt schließen die Mitte-Links-Parteien auf und stellen ungefähr gleich viele Mandate wie die Mitte-Rechts-Parteien. Extreme Parteien haben keine Chance. “Wir sehen mehr Unterstützung für linksextreme Parteien beispielsweise in Frankreich”, sagt Simon Hix von der London School of Economics. “Mehr Zuspruch für rechtsextreme oder populistische Parteien stellen wir in den Niederlanden fest. Die Wirtschaftskrise hat aber keinen großen Effekt. Die extremen Parteien bekommen nur wenige Stimmen.” Nicht nur Rechts- und Linksextreme-Parteien werden wohl im neuen Parlament keine tragende Rolle spielen. Auch Europa-Skeptiker kommen anscheinend nicht gut beim Wähler an, denn die Meinung über Europa hat sich geändert. Viele EU-kritische Parteien haben Probleme überhaupt Kandidaten zu finden. “Ich denke, in vielen Ländern wird Europa besser beurteilt, als in der Vergangenheit.”, sagt Michael Marsh von Trinity College Dublin. “In Dänemark sehen wir Signale dafür, der Eurozone beitreten zu wollen. In Irland hat sich die Meinung über den Reformvertrag von Lissabon fast komplett geändert. Immer mehr Menschen verstehen, dass Europa wichtiger für sie ist, als sie anfangs dachten.” Die Bürger aller 27 EU-Mitgliedstaaten sind im Zeitraum vom 4. bis zum 7. Juni aufgerufen mit ihrer Stimme einen Abgeordneten für das Parlament zu wählen. Insgesamt werden 736 Sitze im Parlament vergeben. Die Europawahl findet alle fünf Jahre statt.

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