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Ungewissheit unter Erdbebenopfern

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Ungewissheit unter Erdbebenopfern

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Den zweiten Tag verbringen viele Betroffene im Erdbebengebiet in Notunterkünften oder Lazaretten. “Die haben mich ausgraben müssen”, erzählt eine Frau im Feldlazarett; “ich war völlig unter den Trümmern begraben. Nur meine Arme guckten noch raus.”

Wer unversehrt geblieben ist, den treibt doch die Sorge um das Zuhause und darum, wie es nun weitergehen soll. “Ich weiß nicht, wann ich wieder zurückkann”, sagt eine Frau; “das ist so unwirklich. Aber wir sind am Leben, das zählt, oder?” – “Ich weiß noch gar nicht so”, meint ein alter Mann; “da hinten ist unser Haus: Das ganze Leben haben wir auf ein Haus gespart, und jetzt haben wir nichts mehr.” – Und ein anderer Mann sagt: “Ich hoffe, die Regierung benimmt sich diesmal nicht so wie ein Räuber, sondern menschlicher. Das würde uns gut tun, allen hier.” Die Italiener haben ihre Erfahrungen gemacht, wonach Staatsgelder spurlos versickern – bei Funktionären oder bei der Mafia. So leben auf Sizilien immer noch Menschen in Notunterkünften, die nach dem schweren Erdbeben vor hundert Jahren errichtet wurden.