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Indonesien vor der Wahl

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Indonesien vor der Wahl

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In Indonesien wird an diesem Donnerstag gewählt. Im Vordergrund steht die Wahl des nationalen Parlaments, doch die 171 Millionen Wahlberechtigten sind auch aufgerufen, Provinz- und Lokalposten in dem riesigen Inselreich neu zu besetzen. Indonesien – das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt – erstreckt sich von West nach Ost über mehr als 5000 Kilometer. 38 Parteien haben Kandidaten aufgestellt. Die erst vor wenigen Jahren gegründete Demokratische Partei von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono liegt in Umfragen vorn. Gut im Rennen liegen auch die Partei des vor gut zehn Jahren gestürzten Diktators Suharto und die Partei der ehemaligen Präsidentin Megawati. Die größeren Parteien wollen mindestens 20 Prozent der Stimmen erhalten: Wer das erreicht, darf einen eigenen Kandidaten für die Präsidentenwahl nominieren. Erst dann, im kommenden Juli, wird die nächste Regierung bestimmt. Das komplizierte Wahlsystem wird auf Plakaten erläutert. Eine Wahlrechtsreform hat die Rolle der Frauen gestärkt: Mindestens 30 Prozent der Kandidaten einer Partei müssen Frauen sein. Durch mehr Frauen im Parlament würden wichtige Themen wie Gesundheit und Bildung stärker berücksichtigt, sagte Hadar Gumay, Direktor des Zentrums für Wahlrechtsreform; in dem von Männern dominierten Parlament würden diese Themen oft vernachlässigt. Unterdessen rüstet sich die Polizei für Auseinandersetzungen bei der Abstimmung an diesem Donnerstag. Der Wahlkampf ist inzwischen beendet; am letzten Tag vor der Wahl soll es ruhig zugehen.