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Jugend ohne Zukunft in Moldawien

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Jugend ohne Zukunft in Moldawien

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Das Parlament von Moldawien – verwüstet. Ein noch nie dagewesener Ausdruck von Gewalt in dieser ehemaligen Sowjet-Republik, die keine post-kommunistische Revolution erlebt hat. Aber die Parlamentswahlen haben Spannungen zwischen pro-russischen und pro-westlichen Anhängern wieder aufleben lassen, von denen einige auf die Vereinigung mit Rumänien hoffen. So steht es auch auf den Mauern geschrieben: Es lebe Rumänien!

Zu dem Land gehörte Moldawien auch bis zur Annektierung durch die UdSSR 1945. Heute kommen viele Moldawier nach Galati in Rumänien, um zu arbeiten oder ihre Waren zu verkaufen. Denn Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas, und für diese Menschen, die auch rumänisch sprechen, liegt die Zukunft anderswo. Und so überqueren sie die Grenze gen Westen oder gen Osten. So wie Tamara, die in Russland arbeiten wird, und ihre zwei Töchter zurücklässt. Für die ältere ein Drama. “Mutter ist grade nach Moskau abgefahren, um für uns zu arbeiten und uns zu unterstützen. Wir haben keinen Vater, deshalb muss sie uns allein lassen und arbeiten”. Ein weiteres Problem für Moldawien: die Region Transnistrien, die sich unabhängig erklärt hat. Moskau unterstützt die Region bei ihrem Konflikt mit Moldawien, weil hier hauptsächlich russischsprachige Menschen leben. Doch die Probleme sind im ganzen Land die gleichen, zumindest für die Jugendlichen. “Ich will nach diesem Schuljahr nach Russland gehen, denn hier gibt es keine Perspektive. Unsere Stadt ist zweifellos sehr hübsch, aber man kann hier nicht leben”. Es sind Jugendliche ohne Zukunft, die in Moldawien zu Tausenden ohne Eltern aufwachsen müssen, weil diese dem Elend entfliehen und in Europa oder Russland nach Arbeit suchen.