Eilmeldung

Eilmeldung

"Stolzes Italien" - Hotelzimmer für Erdbebenopfer

Sie lesen gerade:

"Stolzes Italien" - Hotelzimmer für Erdbebenopfer

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem verheerendsten Erdbeben in Italien seit drei Jahrzehnten sind 17.000 Menschen obdachlos. Zurück in ihre Häuser dürfen sie nicht, wegen der Gefahr weiterer Nachbeben.

Noch mindestens bis morgen wollen die Rettungsmannschaften nach Überlebenden suchen. Weniger als 50 Menschen werden vermißt. Unter den Opfern befinden sich aber auch ausländische Erntehelfer, die sich illegal in Italien aufhalten und nicht erfasst sind. Rund 1500 Menschen wurden verletzt, hundert davon schwer. Den wirtschaftlichen Schaden in der schwer zerstörten Region schätzen die Behörden auf 1,3 Milliarden Euro. Die Regierung verspach, insgesamt 20 Zeltstädte mit Feldküchen für die Obdachlosen aufzubauen. Ausländische Katastrophenhilfe lehnte Ministerpräsident Silvio Berlusconi ab mit dem Hinweis, Italien sei ein stolzes Land, ein Wohlfahrtsstaat. In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama zeigte er sich aber bereit, Hilfe beim Wiederaufbau von Kirchen und Kulturdenkmälern anzunehmen. Zudem bat er um Mittel aus dem EU-Notfallfonds. Bei seinem zweiten Besuch des Erdbebengebiets empfahl Berlusconi Kindern, mit ihren Müttern ans Meer zu fahren, dort warteten Hotelzimmer auf sie. 4000 Zimmer hat die Regierung reservieren lassen. Dennoch gibt es Kritik – wegen mangelnder Kontrollen am Bau. Berlusconi hat versprochen, die Stadt L’Aquila wieder aufzubauen. Erdbebenfest. Binnen zwei Jahren.