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Vorwürfe nach Unruhen in Chisinau

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Vorwürfe nach Unruhen in Chisinau

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Oberflächlich ist in Chisinau nach den schweren Ausschreitungen wieder Ruhe eingekehrt: Aber schon versammeln sich im Zentrum der moldawischen Hauptstadt auch wieder Demonstranten. Knapp zweihundert Regierungsgegner hat die Polizei nach den Unruhen von gestern festgenommen.

Staatspräsident Wladimir Woronin macht inzwischen den Nachbarn Rumänien für die Unruhen verantwortlich. Der rumänische Botschafter wurde ausgewiesen. Bis 1940 gehörte Moldawien zum Nachbarland, die Idee eines Zusammenschlusses kommt immer wieder auf. Rumänien bestreitet aber jede Beteiligung an den Ausschreitungen und hat seinerseits den moldawischen Botschafter einbestellt. Bei den Unruhen gestern hatten Regierungsgegner das Parlament und den Präsidentensitz gestürmt und verwüstet. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei; auf beiden Seiten gab es etliche Verletzte. Eine Frau kam ums Leben. Die Proteste richten sich gegen den erneuten deutlichen Sieg der Kommunisten bei der Wahl am Sonntag. Im neuen Parlament hat die Partei die absolute Mehrheit und bestimmt damit auch wieder den neuen Präsidenten, der Woronin ablöst. Die Opposition ist weit abgeschlagen und wirft den Kommunisten Wahlbetrug vor. Europäische Beobachter waren mit der Wahl aber insgesamt zufrieden, auch wenn sie Mängel feststellten.