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Angespannte Nachbarschaft

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Moldawiens Präsident Vladimir Voronin hat dem Nachbarn Rumänien die Hauptschuld an den Unruhen in seinem Land gegeben.

Bei den Straßenschlachten in der Hauptstadt Chisniau wurden in den vergangenen Tagen 270 Menschen verletzt. 200 wurden festgenommen. Voronin sieht das Nachbarland, zu dem Moldawien bis 1940 gehörte, als Drahtzieher der gewaltsamen Ausschreitungen und kündigte die Wiedereinführung der Visapflicht für Rumänien an. Der rumänische Ministerpräsident Emil Boc wies die Vorwürfe zurück. Rumänien betrachte die moldawischen Anschuldigungen als Provokation. Die Regierung halte dies für inakzeptabel. Moldawien ist das ärmste Land Europas und hofft schon lange auf einen EU-Beitritt. Dies wird jedoch durch den eingefrorenen Konflikt um die abtrünnige Region Tansnistrien verhindert. Inzwischen wurde das amtliche Endergebnis der Wahl bekannt gegeben. Die regierende Partei der Kommunisten von Voronin kam demnach nur auf 60 und nicht wie zunächst mitgeteilt 61 Sitze im Parlament. Damit könnte die Opposition mit 41 Mandaten die anstehende Wahl eines neuen Staatschefs verhindern. Diese hatte zuvor den Behörden Wahlbetrug vorgeworfen. Voronin muss nach zwei Amtszeiten infolge abtreten. Die Sicherheitskräfte haben die Lage in der Hauptstadt unterdessen wieder unter Kontrolle gebracht.