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Parlamentswahlen in Indonesien

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Parlamentswahlen in Indonesien

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Indonesien hat ein neues Parlament gewählt. 171 Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Partei von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono könnte nach Umfragen von sieben Prozent vor fünf Jahren auf über 20 Prozent zulegen. Parteien, die für die Präsidentenwahl im Juli einen eigenen Kandidaten nominieren wollen, müssen mindestens 25 Prozent der Stimmen oder 20 Prozent der Sitze schaffen. Dies könnte auch der Partei der früheren Präsidentin Megawati Sukarnoputri gelingen. Parteien, die an dieser Hürde scheitern, müssen für die Präsidentenwahl Koalitionen bilden und sich auf einen Kandidaten einigen. Erste Hochrechnungen zeigten stark voneinander und von den Umfragen abweichende Ergebnisse. Das amtlichen Endergebnis der Parlamentswahl dürfte erst in einem Monat vorliegen.

Bei der Wahl ging es nicht nur um die 560 Sitze im Nationalparlament, sondern auch um tausende Mandate auf Provinz- und Lokalebene in dem Riesenland von mehr als 17 000 Inseln. Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Erde. Seit dem Sturz der Suharto-Diktatur vor gut zehn Jahren hat sich dort eine überaus rege Demokratie entwickelt. 38 Parteien hatten Kandidaten aufgestellt. Kritiker warfen der Wahlleitung schlechte Vorbereitung vor. In manchen der über eine halbe Million Wahllokale waren die Wahlzettel bis einen Tag vor der Wahl noch nicht eingetroffen. Wählerlisten seien auch nicht auf dem neuesten Stand, hieß es.