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Kein Rücktritt trotz Protesten

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Kein Rücktritt trotz Protesten

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In Georgiens Hauptstadt ist noch alles ruhig. Es ist der zweite Tag der Proteste gegen die Regierung. Die Demonstranten vor dem Parlament sind abgezogen. Alle warten gespannt darauf, was Präsident Michail Saakaschwili zu den gegen ihn erhobenen Rücktrittsforderungen sagen wird.

Er sagte vor Reportern, dass es keine Alternative zu Gesprächen gebe und alle gemeinsam in der Verantwortung stünden. Er mahnte die Einigkeit des gesamten politischen Spektrums an. An Rücktritt denkt er nicht. Über die Proteste und Rücktrittsforderungen an die Regierung, sind die Meinungen in Tiflis geteilt. Ein Passant sagt:“Der einzige Ausweg sind Verhandlungen. Die Opposition ist nicht die Richtige. Sie fordern den Rücktritt, sagen aber nicht was sie dann machen wollen. Die Opposition muss Lösungen anbieten und nicht nur Abdankungen verlangen.” Ein anderer meint: “Es protestieren deshalb soviele Menschen, weil unsere Regierung inkompetent ist. Das hat zum Niedergang unserer sozialen und ökonomischen Standards geführt.” Die fast 100.000 Oppositionsanhänger sehen im Rücktritt des 43-jährigen Präsidenten den einzigen Ausweg aus der innenpolitischen Krise. Die Regierungskritiker geben dem Präsidenten die Schuld am August-Krieg mit Russland.