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Nur ein Drittel zum Urnengang entschlossen

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Nur ein Drittel zum Urnengang entschlossen

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Stell dir vor, es wird gewählt und zwei von dreien gehen nicht hin….

Wenn das Europäische Parlament am ersten Juni-Wochenende zum siebten Mal direkt gewählt wird, droht ein neuer Rekord: In den 27 Mitgliedsstaaten könnten die Nichtwähler eine satte Zweidrittel-Mehrheit erreichen. Besonders alarmierend: Seit der ersten Direktwahl zum Europa-Parlament vor dreissig Jahren steigt der Wählerfrust unablässig an: von 37 Prozent Nichtwählern auf mehr als 54 Prozent beim letzten Wahlgang im Jahr 2004. In einer EU-weiten Umfrage von Eurobarometer zeigten sich die Polen am wahl-faulsten mit 17 Prozent angekündigter Beteiligung, gefolgt von Österreich und Grossbritannien, beide unter 25 Prozent. Deutschland landet mit mageren 43 Prozent Wahlbeteiligung im Mittelfeld. Und viele Europäer entscheiden sich gar nicht bewusst dafür oder dagegen: Nicht einmal jeder achte Befragte kannte überhaupt das Datum der Abstimmung. Landauf, landab ist acht Wochen vor dem Urnengang von Wahlkampf kaum etwas zu spüren. Auch die Parteien scheinen Europa-Wahl-müde. So will etwa die CDU nur maximal zehn Millionen Euro investieren – die Hälfte des Bundestagswahl-Budgets. Bei der SPD waren die Ausgaben bei der letzten Wahl noch niedriger. Insgesamt sind rund 375 Millionen Europäer aufgerufen, 736 EU-Abgeordnete zu wählen. Das EU-Parlament ist das einzige direkt vom Volk der Mitgliedstaaten legitimierte Organ der Europäischen Union. Das Europäische Parlament entscheidet schätzungsweise bei drei Vierteln aller EU-Gesetze mit.