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Deutschland verbietet Genmais-Anbau

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Deutschland verbietet Genmais-Anbau

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Deutschland verbietet den Anbau von genverändertem Mais. Dabei geht es um eine Sorte des amerikanischen Herstellers Monsanto – die einzige Sorte, die überhaupt nur für Anbau und Verwertung zugelassen ist; wenn auch nicht als Lebensmittel.

Sowohl das Landwirtschafts- als auch das Umweltministerium haben gegen den Monsanto-Mais aber Bedenken. In die Pflanze ist ein Gen gegen einen Schädling eingebaut. “Die vielen offenen Fragen über den einzigen zur Zeit in Europa zum kommerziellen Anbau zugelassenen genveränderten Organismus”, sagt Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, “machen ja geradezu die Notwendigkeit einer verstärkten Sicherheitsforschung deutlich.” Gegen den Genmais sind sowohl Umweltschützer als auch viele Bauern. Sie verweisen vor allem auf ungeklärte Auswirkungen auf Lebewesen sowie auf das Erbgut von normalem Mais, der zum Beispiel auf Nachbarfeldern wächst. Nach Ansicht von Befürwortern verpasst Deutschland dagegen eine Zukunftstechnologie. Auch fünf andere EU-Länder haben den Anbau verboten. Besonders Österreich liegt mit der EU-Kommission schon seit langem im Streit. Die Meinung in Europa ist geteilt: In drei Anläufen hat es die Kommission nicht geschafft, ihre Haltung bei den Landwirtschaftsministern durchzusetzen. Monsanto will nun eine Klage gegen Deutschland prüfen. Nach eigenen Angaben droht dem Konzern durch das Anbauverbot ein Schaden in Millionenhöhe.