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EU hat Bedenken wegen Datenschutz

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EU hat Bedenken wegen Datenschutz

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In punkto Datenschutz muss sich Großbritannien jetzt rechtfertigen. Große Internetanbieter probieren dort jetzt “Phorm” aus – ein Programm, das aufzeichnet, was Surfer machen: ihre Suchanfragen zum Beispiel oder welche Webseiten sie besuchen. Die Firmen wollen ihnen so gezieltere Werbung auf den Bildschirm schicken.

Für die britischen Behörden ist das in Ordnung, auch ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer. Dagegen sieht die EU-Kommission einen Verstoß gegen den Datenschutz und hat ein Verfahren eingeleitet; Großbritannien hat zwei Monate Zeit zu reagieren. Die Kommission mahnt auch allgemein zur Verschärfung des Datenschutzes. Ältere Vorschriften wie die Datenschutzrichtlinie von 1995 müssten aktualisiert werden, angesichts neuer Entwicklungen wie der Netzwerkseiten Facebook und Myspace im Internet oder der so genannten RFID-Chips. RFID-Chips funken sozusagen von sich aus Angaben, zum Beispiel zur Ladenkasse in einem Geschäft, wo ein Einscannen damit entfallen würde. Kritiker befürchten aber, dass solche Daten auch von jedem anderen aufgefangen werden könnten – besonders brisant, wenn diese Chips persönliche und sogar biometrische Angaben enthalten und wie schon weithin üblich in Ausweisen und Pässen eingesetzt werden.