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Demjanjuk wird nicht ausgeliefert

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Demjanjuk wird nicht ausgeliefert

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Die Auslieferung des mutmaßlichen NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk nach Deutschland ist im letzten Augenblick gestoppt worden. Das US-Berufungsgericht in Cincinnati gab dem Gesuch des 89-Jährigen statt, der mit Verweis auf seinen schlechten Gesundheitszustand gegen eine Abschiebung Einspruch erhoben hatte.

Demjanuks früherer Schwiegersohn sagte, das Gericht habe zu dessen Gunsten entschieden und das sei richtig. Er habe Erleichterung in dessen Gesicht gesehen: “Ich habe ihm gesagt, er muss nicht nach Deutschland, ich bringe ihn nach Hause. Darüber hat er sich gefreut. Es gibt nichts besseres, als die Familie, wenn man so etwas mitmacht.” Demjanjuk wurde mit einem Rollstuhl zu dem Wagen der US-Einwanderungsbehörde gebracht. Ziel war der Regionalflughafen Burke Lakefront. Von dort sollte der ehemalige KZ-Aufseher nach New York und anschließend nach München geflogen werden.

Demjanjuk wurde wegen seiner angeblichen Tätigkeit als grausamer Wachmann “Iwan der Schreckliche” im Vernichtungslager Treblinka in Israel angeklagt und zum Tode verurteilt. Der Oberste Gerichtshof Israels sprach ihn aber 1993 frei, da seine Identität nicht einwandfrei geklärt werden konnte. Die Staatsanwaltschaft München wirft Demjanjuk vor, im Zweiten Weltkrieg als Wachmann im Nazi-Vernichtungslager Sobibor im von Deutschen besetzten Polen Beihilfe zum Mord an mindestens 29.000 Juden geleistet zu haben.