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US-Gericht stoppt Demjanjuks Auslieferung

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US-Gericht stoppt Demjanjuks Auslieferung

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Die Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers John Demjanjuk nach Deutschland ist in letzter Minute gestoppt worden. Ein Berufungsgericht in den USA gab einem Einspruch von Demjanjuks Sohn statt. Dieser hält eine Auslieferung seines Vaters wegen gesundheitlicher Probleme für nicht zumutbar.

Der 89-Jährige hatte sich schon von seiner Familie verabschiedet und war von Beamten der Einwanderungsbehörde aus seinem Haus in Ohio gebracht worden, um ihn zum Flughafen zu fahren. Nun ist unklar, wie es weitergeht. Die Staatsanwaltschaft München wirft Demjanjuk Beihilfe zum Mord an etwa 30.000 Juden im Vernichtungslager Sobibor im Jahr 1943 vor. Zwar wurde Demjanjuk vor über 20 Jahren von Israel zum Tode verurteilt, allerdings wurde die Strafe nie vollstreckt, weil Zweifel aufkamen, ob er tatsächlich der gesuchte Wärter “Iwan der Schreckliche” war. Ehemalige KZ-Häftlinge und Angehörige von NS-Opfern fordern eine schnelle Auslieferung des mutmaßlichen Nazi-Verbrechers. Sie werfen der Verteidigung vor, auf Zeit zu spielen. Demjanjuk hatte sich in deutscher Kriegsgefangenschaft zur Kooperation mit den Nazis entschieden und arbeitete als KZ-Wachmann.