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Antiterror-Kampf in Tschetschenien aufgehoben

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Antiterror-Kampf in Tschetschenien aufgehoben

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Nach mehr als zehn Jahren hat Russland den Antiterror-Kampf in der Teilrepublik Tschetschenien offiziell für beendet erklärt. Die tschetschenische Hauptstadt Grozny, während der Konflikte zerstört, ist in den vergangenen Jahren wieder aufgebaut worden. Boris Gryzlow, Praesident der russischen Duma, erklärte:

“Diese Entscheidung beruht auf der Verbesserung der Situation in der tschetschenischen Republik. Grozny und andere Städte werden wieder aufgebaut, und Grozny entwickelt sich zu einer Touristenattraktion.” Tschetschenien hatte nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 seine Unabhängigkeit erklärt. Aus den Kriegen zwischen russischen Truppen und tschetschenischen bewaffneten Kämpfern waren die Russen letztendlich siegreich hervorgegangen. Staatspräsident Dimitri Medwedjew hatte deshalb bereits im März eine Aufhebung des Dekrets über den Anti-Terror-Kampf in Tschetschenien angekuendigt. 100.000 Tschetschenen, ein Zehntel der Einwohner, sind während der Konflikte ums Leben gekommen. Tschetschenische Aufständische haben in aufsehenerregenden Aktionen in Moskau und dem nordossetischen Beslan Hunderte Geiseln genommen. Die Vereinten Nationen nannten Grosny die am meisten zerstörte Stadt der Welt. Mit Ramzan Kadyrow ist nun ein moskauhöriger Mann der Präsident der Teilrepublik. Und trotz aller Normalisierung werden auch jetzt noch Regimegegner inner- und außerhalb von Tschetschenien entführt. Die Tschetschenen dürften sich dennoch an das alte russische Sprichwort halten: Ein schlechter Friede ist besser als ein guter Krieg.