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Nach ETA-Festnahmen: Madrid will nicht verhandeln

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Nach ETA-Festnahmen: Madrid will nicht verhandeln

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Mit dem gestrigen Anti-Terror-Einsatz in Frankreich und Spanien konnten nach Ansicht des spanischen Innenministers ETA-Anschläge im Baskenland verhindert werden. Jurdan Martitegi, mutmaßlicher Militärchef und nach Ansicht von Fahndern zuletzt “Nummer Eins” der Separatistenorganisation, wurde in Südfrankreich verhaftet.

Noch wisse er nicht, wen die ETA zum Nachfolger Martitegis bestimme, so Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba, die ETA wisse es vielleicht selbst noch nicht, doch spanische und französische Sicherheitskräfte seien bereits auf der Suche. Im südfranzösischen Montauriol wurden auch zwei Komplizen Martitegis gefasst. Zugleich wurden im spanischen Baskenland sechs weitere mutmaßliche ETA-Mitglieder festgenommen. Dem zerschlagenen Kommando werden die meisten ETA-Anschläge der letzten Jahre zur Last gelegt. Wegen der Festnahmen mehrerer Führungskräfte halten Experten die Untergrundorganisation für geschwächt. Vor drei Jahren hatte die ETA einen Waffenstillstand an- und später aufgekündigt. Neue Verhandlungen mit den Separatisten schließt Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero aus: Der Kampf gegen den Terrorismus sei unaufhaltbar, so Zapatero, die Regierung werde die ETA besiegen, damit Freiheit und Frieden herrschten, im Baskenland und in ganz Spanien. Laut der linksliberalen Tageszeitung El Pais ist jüngst der 2006 abgesetzte Josu Ternera an die ETA-Spitze zurückgekehrt. Er gilt als Verfechter eines Dialogs mit der spanischen Regierung. Dem Kampf der ETA für einen baskischen Staat fielen während der vergangenen 40 Jahre mehr als 800 Menschen zum Opfer.