Eilmeldung

Eilmeldung

Der Kampf der Tamilen

Sie lesen gerade:

Der Kampf der Tamilen

Schriftgrösse Aa Aa

Im ethnisch heterogenen Sri Lanka stellen die buddhistischen Singhalesen mit 75 Prozent die Bevölkerungsmehrheit.

Die hinduistischen Tamilen machen etwa 30 Prozent aus, wobei unterschieden wird zwischen einheimischen und während der britischen Kolonialzeit aus Indien zugewanderten Tamilen. Bei denjenigen Tamilen, die seit den 70er Jahren einen bewaffneten Kampf für einen unabhängigen Tamilen-Staat im Norden und Osten der Insel führen, handelt es sich um einheimische Tamilen. Geschätzte 70.000 Menschen sind dem Bürgerkrieg in Sri Lanka, den die marxistisch orientierten Tamilen-Rebellen gegen die Regierung führen, bisher zum Opfer gefallen. Zahlreiche politisch motivierte Morde in Sri Lanka gehen auf das Konto der Aufständischen und ihrer Guerilla-Organisation LTTE. Nach der Ermordung des indischen Ministerpräsidenten Rajiv Ghandi 1991 wurde die LTTE von 32 Staaten als Terror-Organisation eingestuft. Als eine der ersten Guerilla-Gruppen weltweit setzte die LTTE auch Selbstmordanschläge gezielt als Waffe ein, etwa mit Sprengstoff beladenen Flugzeugen. Noch bis vor zweieinhalb Jahren hielten die Tamilen rund 15.000 Quadratkilometer des Staatsgebietes Sri Lankas in ihrer Gewalt. Heute jedoch besetzen die Rebellen nur noch einen Bruchteil dessen im Norden des Landes. Denn im Jahr 2005 wendete sich das Blatt durch die Wahl von Mahinda Rajapaksa zum Präsidenten Sri Lankas. Dieser hatte schon im Wahlkampf versprochen, sich für einen Einheitsstaat einzusetzen und den Rebellen den Kampf angesagt. Der Armee gelang es seit seiner Wahl, auch durch Hilfe eines übergelaufenen ehemaligen Anführers der Rebellen, ein großes Gebiet wieder zurückzuerobern. Ob dies allerdings ein baldiges Ende des jahrzehntelangen Bürgerkrieges bedeutet, wagt niemand zu sagen. Experten zufolge verfügen die Rebellen immer noch über große Waffenarsenale und eine funktionierende logistische Struktur.