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Empörung über Ahmadinedschad

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Empörung über Ahmadinedschad

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Heftige Empörung hat die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad auf der anti-Rassismus-Konferenz der Vereinten Nationen in Genf ausgelöst. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bedauerte, dass Ahmadinedschad die Konferenz als Plattform für Anklagen und Spaltungen benutzt habe. Man müsse von solchen Botschaften in Form und Inhalt Abstand nehmen.

Der Nobelpreisträger und Holocaust-Überlebende Elie Wiesel sagte über Ahmadinedschad: “Er verletzt Menschenrechte, predigt Hass und sollte deshalb im Gefàngnis sitzen, in Den Haag, wegen Aufstachelung zum Genozid. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.” In seiner Rede auf der Rassismus-Konferenz hatte der iranische Staatspräsident Israel als rassistischen, repressiven Staat bezeichnet, der das Leiden der Juden als Vorwand benutze, um eine andere Nation – die Palästinenser – ihrer Heimat zu berauben. Zahlreiche westliche Länder hatten aus Furcht vor solchen Ausfällen die Konferenz boykottiert. Während ein Teil der Konferenzteilnehmer frenetisch applaudierte, verließen die Vertreter zahlreicher Länder aus Protest den Saal. Der französische Außenminister Bernard Kouchner erklärte: “Wir sind hinausgegangen. Das heißt nicht, dass man die Konferenz verlässt, sondern dass man rassistische Reden nicht toleriert.” Großbritannien hatte seinen Botschafter zur Konferenz entsandt. Dieser sagte: “Dies war, vorsichtig ausgedrückt, ein enttäuschender Tag. Es war der erste Tag, die Konferenz geht bis Freitag, bislang haben wir die Absicht, weiter daran teil zu nehmen, aber wir werden den weiteren Ablauf genau beobachten.” Anders die Tschechen, die die EU-Ratspräsidentschaft innehaben: Sie kündigten an, nicht länger an der Konferenz teilzunehmen. Fast vergessen wurde über all dem das eigentliche Thema der Konferenz: Der Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.