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Wahlen in einer jungen Demokratie

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Wahlen in einer jungen Demokratie

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Südafrika bereitet sich auf die Wahl seines vierten Präsidenten seit Ende der Apartheid vor. An der Universität von Johannesburg ist die Wahl unter den Studenten das große Thema. Diese Generation wählt zum ersten Mal, sie kennen die Geschichte ihres Landes gut und sie wissen, was sie ihren Eltern und Großeltern zu verdanken haben.

Dass sie überhaupt wählen dürfen, dieses Privileg wissen sie zu schätzen und wollen es auf alle Fälle auch nutzen. Die Professorin fragt, ob sie wählen werden. Klar, heißt die Antwort. Wenn es um den ANC geht, wird die Diskussion leidenschaftlich. Der ANC, der Afrikanische National Kongress, ist das Symbol des Kampfs gegen die Apartheid. Nelson Mandela zahlte einen hohen Preis dafür: er bezahlte mit seiner Freiheit. Doch die junge Generation schwarzer Südafrikaner hat die Apartheid nicht erlebt und auch nicht die Opfer, die die Generationen vor ihr erbringen mussten. Die Jungen sehen es nicht mehr als verpflichtend an, für den ANC zu stimmen. Sie wissen zwar, dass sie es dem ANC zu verdanken haben, dass sie wählen dürfen, aber deshalb – so finden sie – müssen sie ihn noch lange nicht wählen. Zwar hat der ANC noch immer eine enorme Mehrheit hinter sich, doch wird so mancher junge Südafrikaner anderswo sein Kreuz machen.