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Terror-Prozess beginnt

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Terror-Prozess beginnt

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Im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts hat der Prozess gegen vier mutmaßliche Terroristen begonnen.

Den Mitgliedern der sogenannten Sauerland-Gruppe wird vorgeworfen, Anschläge mit verheerenden Ausmaßen vorbereitet zu haben. Die Männer, drei Deutsche und ein Türke, wollten laut Anklage mit Autobomben vor US-Einrichtungen möglichst viele Menschen töten. Bundesanwalt Volker Brinkmann: “Ich bin seit vielen Jahren als Staatsanwalt im Bereich des Terrorismus tätig. Ich habe aber, das muss ich sagen, bislang noch keine Ermittlungen geführt, bei denen die Täter beabsichtigten, eine derart große Anzahl von Personen zu töten”. Die Anklage wirft den Männern unter anderem vor, Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union zu sein. Diese unterhält auch Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk. Einer der Verteidiger erklärte: “Unterstellt man jetzt, dass mein Mandant sich in einem Ausbildungslager befunden hat, was Gegenstand der Beweisaufnahme sein wird, war es möglicherweise nicht sein Ziel, in Deutschland Anschläge zu machen, sondern in den Jihad zu ziehen. Dazu brauchte er keine wie auch immer zu bezeichnende Terrorvereinigung, sondern er brauchte einfach Ansprechpartner in einem fremden Land.” Im September 2007 hatte die Polizei drei der Angeklagten in einem Ferienhaus im Sauerland festgenommen. Nach Angaben der Anklagebehörde planten sie mit einem hochexplosivem Wasserstoffperoxid-Gemisch die Anschläge. Die Sprengkraft wäre zehn Mal stärker als bei den Anschlägen in London gewesen.