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Umstrittene Embryonen-Auslese in Spanien

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Umstrittene Embryonen-Auslese in Spanien

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Zum ersten Mal sind in Spanien Embryonen danach ausgewählt worden, ob sie später schwer erkranken können. In den zwei Fällen wurde die so genannte Präimplantationsdiagnostik angewendet: Aus Embryonen, die bei künstlicher Befruchtung entstehen, wurden vor dem Einsetzen in die Gebärmutter diejenigen ausgesucht, die kein genetisches Risiko für Brustkrebs beziehungsweise Schilddrüsenkrebs haben.

Für Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez ist das eine enorm wichtige Entscheidung. Sie hebt die Hoffnung dabei hervor – für diese Elternpaare ebenso wie für Menschen, die damit eine Erkrankung später vermeiden können. Konservative Politiker und besonders die katholische Kirche in Spanien sind jedoch gegen dieses Vorgehen, weil Embryonen aussortiert und vernichtet werden können. Innerhalb Europas sind die Meinungen geteilt: So ist die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland und Österreich verboten – ebenso in der Schweiz, wo aber zur Zeit eine Lockerung vorbereitet wird. Eine Vorlage dazu hat der Bundesrat Anfang des Jahres in die Vernehmlassung geschickt.