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Sicherheitsrat besorgt wegen Sri Lanka

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Sicherheitsrat besorgt wegen Sri Lanka

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Bis zu hunderttausend Menschen sind den Rebellen in Sri Lanka in den letzten Tagen entkommen – möglicherweise noch einmal so viele werden auf dem schmalen Küstenstreifen aber immer noch festgehalten.

Für den UNO-Sicherheitsrat ist die Lage ein Grund, sich tief besorgt zu zeigen. Mehr freilich nicht: Die Sitzung war informell, Beschlüsse konnten nicht gefasst werden – schon weil klar war, dass Länder wie China und Russland in dem eng begrenzten Konflikt gar kein Thema für den Rat sehen. Die Rebellen dürften keine Zivilisten mehr als Schutzschild benutzen, sagt nach der Beratung der britische UNO-Botschafter John Sawers. Sie müssten eine Evakuierung unter Aufsicht der UNO zulassen, die Gewalt beenden und für ihre Anliegen eine politische Lösung suchen. Luftbilder der Armee sollen zeigen, wie Rebellen ihre Geiseln am Strand bewachen. Überprüfen lässt sich das nicht. Hilfsorganisationen werfen der Regierung aber vor, ebenfalls rücksichtslos vorzugehen und das Gebiet trotz der dort versammelten Unbeteiligten mit Artillerie zu beschießen. Beide Seiten verletzten das humanitäre Völkerrecht, sagt Robert Templer von der International Crisis Group; und doch müsse keiner befürchten, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Der Bürgerkrieg in Sri Lanka tobt seit über zwanzig Jahren. In dem blutigen Konflikt mit rund siebzigtausend Toten kämpfen Tamilen gegen die sinhalesisch dominierte Regierung für einen eigenen Staat. In den letzten Monaten sind sie jedoch auf ein Gebiet von nur noch wenigen Quadratkilometern zusammengedrängt worden.