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Suche nach Geld und Lösungen für Somalia

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Suche nach Geld und Lösungen für Somalia

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Durch die Piraterie vor seiner Küste ist Somalia in den letzten Monaten wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt: Dabei ist das Land am Horn von Afrika seit langem ein Krisenherd – so gibt es hier schon fast zwanzig Jahre lang keine zentrale Macht mehr; auch die jetzige Regierung kontrolliert nur einen kleinen Teil Somalias.

In Brüssel geht es bei einer Konferenz der UNO heute um Hilfe für das bitterarme und zerfallene Land. Die Vereinten Nationen hoffen auf rund 130 Millionen Euro, für die afrikanische Friedenstruppe und den Aufbau einer somalischen Polizei. Aber auch hier steht zunächst einmal die Piraterie im Vordergrund. Ein Ende der Freibeuterei will José Manuel Barroso sehen, der Chef der EU-Kommission; außerdem ein Ende der Herrschaft der Milizenführer. Allerdings sei Sicherheit zwar zunächst nötig, um Frieden zu erreichen – sie könne aber nicht das Ziel an sich sein. Trotz aller Kriegsschiffe vor Somalia: Die Piraterie hat sich hier verzehnfacht. Sechs Angriffe hat das Internationale Schiffahrtsbüro im ersten Quartal 2008 verzeichnet; dieses Jahr waren es bis März dagegen schon gut sechzig. Inzwischen stehen auch Piraten vor Gericht: So wird seit gestern in Kenia neun Männern der Prozess gemacht, die bei einem Überfall von einem deutschen Kriegsschiff gefangen genommen wurden. Ein französisches Kriegsschiff hat jetzt ebenfalls elf mutmaßliche Piraten in Kenia abgeliefert. Kenia hat dazu mit der EU und den USA ein Abkommen geschlossen. Auch der Internationale Seegerichtshof in Hamburg bringt sich jetzt für Piratenprozesse ins Spiel. Der Gerichtshof ist allerdings bisher kein Strafgericht; dazu müsste die UNO erst seinen Auftrag ändern.