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Gedenken an Opfer von 1915

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Gedenken an Opfer von 1915

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Armenien gedenkt der Opfer von 1915 sowie der Folgejahre: Damals, während des Ersten Weltkriegs im Osmanischen Reich, fanden Hunderttausende Armenier den Tod.

Daran erinnert ein Mahnmal oberhalb der Hauptstadt Jerewan. Die Ereignisse, die heute vor 94 Jahren ihren Anfang nahmen, gelten für Armenien als Völkermord – verantwortlich: die heutige Türkei. Was damals geschah, ist zwischen beiden Ländern umstritten: So spricht Armenien von anderthalb Millionen Toten, die Türkei von einigen hunderttausend. Die Beziehungen hat das schwer belastet; erst in letzter Zeit ist es zu einer leichten Entspannung gekommen. Diese Woche vereinbarten beide Seiten – unter Schweizer Vermittlung – Schritte zur Normalisierung. “Das finde ich gut”, sagt ein Student in Jerewan; “aber ich kann es nicht ertragen, dass unsere Politiker den Völkermord vergessen und alles, was die Türken unseren Urgroßvätern angetan haben. Ich begreife nicht, wie sie Abkommen schließen und dabei den Völkermord vergessen können.” Eine Belastung ist auch der Konflikt um das aserbaidschanische Berg-Karabach, das Armenien besetzt hält. Die Türkei steht hier auf der Seite des befreundeten Aserbaidschan. Trotzdem kommt es jetzt nach vielen Jahren wieder zur Annäherung. Auch die ungeklärte Völkermordfrage soll kein Hindernis sein, sagt Armeniens Präsident. Die Türkei bestreitet, dass die Massentötungen und -vertreibungen damals systematisch geplant und damit ein Völkermord waren.