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Island steht vor der Wahl

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Island steht vor der Wahl

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Nach dem Zusammenbruch der isländischen Wirtschaft und der politischen Krise steht die Insel nun vor einer Neuwahl. Morgen wird das Althing gewählt, das Parlament in Reykjavik mit seinen 63 Abgeordneten.

Die letzte Umfrage zeigt eine Mehrheit für die derzeitige Übergangsregierung: Sozialdemokraten und vor allem die Linksgrünen legen stark zu, auf zusammen 56 Prozent. Ihren großen Streitpunkt haben beide bisher aber ausgeklammert: Liegt die Rettung für das krisengeschüttelte Island wirklich in der EU und im Euro? Ja, wenn es nach Jóhanna Sigurðardóttir geht, der Regierungschefin von den Sozialdemokraten: Beides sei für die nächste Regierung eine Hauptaufgabe, sagt sie. Gespräche mit der EU würden zeigen, welche Chancen eine Mitgliedschaft biete. Und man sollte sich auch nicht davor fürchten, wie eine Volksabstimmung ausgehe. Mit dem Koalitionspartner kommt das aber nicht in Frage: Die Linksgrünen wollen weder etwas hören vom Euro noch von einem EU-Beitritt. Auch die hohe Zustimmung in der Bevölkerung auf dem Höhepunkt der Krise hat wieder nachgelassen. Der Wahl gingen für Island beispiellose Ereignisse voraus: Bankenzusammenbruch, Massenproteste, Regierungsrücktritt. Die Währung, die Krone, ist kaum noch etwas wert, die Arbeitslosigkeit in die Höhe geschossen, die großen Banken verstaatlicht. Verantwortlich machen dafür viele die konservative Unabhängigkeitspartei, bis Januar an der Macht und traditionell die größte Partei des Landes: Sie sieht nun einem regelrechten Absturz entgegen.