Eilmeldung

Eilmeldung

Weg von der Insel

Sie lesen gerade:

Weg von der Insel

Schriftgrösse Aa Aa

Eine Baustelle in Reykjavik: Seit langem stehen hier die Bagger still. Die weltweite Finanzkrise hat das Land an den Rand des Staatsbankrotts getrieben.

Im vergangenen Oktober spricht Ministerpräsident Geir Haarde zu seinen Landsleuten. Die Banken sind am Ende, der Staat greift ein. Der Internationale Währungsfond schießt acht Milliarden Euro zu. Die Arbeitslosigkeit, die bisher zwischen einem und drei Prozent lag, beträgt jetzt neun Prozent. Die Inflationsrate liegt bei 15,2 Prozent. Die Prognose für das Haushaltdefizit dieses Jahr: 13,5 Prozent. Und das Bruttoinlandsprodukt soll um zehn Prozent schrumpfen. Anna Mikaelsdottir, alleinerziehende Mutter, wird ihre Arbeit als Lehrerin verlieren. Sie sagt: “Alles ist teurer geworden, die Löhne sind aber gleich geblieben. Die Krise trifft jeden hier in Island. Manche trifft sie eben nur ein wenig, und andere, wie mich, die ihren Job verlieren, trifft sie eben härter. Wir werden sehen, wie es weiter geht.” Da liegt die Idee nicht fern, die Insel zu verlassen. So mancher, der in Island keine Zukunft mehr sieht, überlegt sich, zu gehen. Zum Beispiel Harpa Bjarnadottir. Sie ist arbeitslos. Sie denkt daran, die Koffer zu packen und auszuwandern. Bjarnadottir erklärt: “Ich liebe Island. Ich habe immer hier gelebt und will eigentlich auch weiterhin hier leben. Aber wenn die Politiker nichts unternehmen, dann muss ich auswandern. So einfach ist das.” Mit dem Export von Aluminium versucht Island nun verstärkt wieder Geld ins Land zu bringen, doch die Preise auf dem Weltmarkt sind gefallen. Dasselbe gilt für die traditionelle Einnahmequelle der Isländer, den Fischfang.