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Isländer wählen neues Parlament


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Isländer wählen neues Parlament

Island wählt heute – nachdem die alte Regierung über die Finanzkrise gestolpert ist. Es geht um die 63 Sitze im Althing, dem Parlament in Reykjavik.

Die letzten Umfragen haben diese Woche eine deutliche Mehrheit für die derzeitige Übergangsregierung gezeigt: Sozialdemokraten und vor allem die Linksgrünen legen demnach stark zu, auf zusammen 56 Prozent. Jóhanna Sigurðardóttir, die jetzige sozialdemokratische Regierungschefin und seit Februar im Amt, könnte damit erst einmal weiterregieren. Allerdings sind die beiden Parteien in einem wichtigen Punkt zerstritten – ob es nämlich für Island besser wäre, in die EU einzutreten und als Währung den Euro einzuführen, statt der inzwischen weitgehend wertlosen Krone. Der Wahl gingen für Island beispiellose Ereignisse voraus: Bankenzusammenbruch, Massenproteste, Regierungsrücktritt. Die Arbeitslosigkeit ist in die Höhe geschossen; die großen Banken, die jahrelang weltweit aggressiv investiert hatten, sind inzwischen verstaatlicht. Verantwortlich machen dafür viele Isländer die konservative Unabhängigkeitspartei, bis Januar an der Macht und traditionell die größte Partei des Landes: Sie steht hinter der nunmehr so umstrittenen Deregulierung der Banken in den letzten Jahren und sieht nun aber bei der heutigen Wahl einem Absturz entgegen.

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