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Linksrutsch in Island

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Linksrutsch in Island

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Bei den vorgezogenen Wahlen in Island zeichnet sich ein Sieg der Linken ab. Dies geht aus Umfragen hervor. Die Sozialdemokratin Johanna Sigurdardottir und die Linksgrünen könnten demnach auf zusammen mehr als 57 Prozent kommen. Die 66-Jährige hatte im Februar nach Protesten den konservativen Regierungschef Geir Haarde abgelöst. “Wir haben Rückenwind”, so Sigurdardottir, “ich denke, dass die Leute unseren Sieg wünschen, weil sie unseren Lösungen zustimmen. Das Ende des Neo-Liberalismus ist da.”

Der konservative Ministerpräsident Haarde hatte im Februar auch den Vorsitz der Unabhängigkeitspartei aufgegeben, den nun Bjarni Benediktsson innehat. “Wir sind in der Defensive, doch wir sind immer noch eine starke Partei und werden in der Zukunft wiedergewinnen, was wir jetzt verlieren”, sagte Benediktsson. Wie die wirtschaftliche Zukunft Islands aussehen wird, kann jetzt niemand voraussagen. Die Sozialdemokraten hoffen die Insel durch den Beitritt zur EU zu retten, die Linksgrünen lehnen diesen aber ab. Mit dem Zusammenbruch der größten Banken im vergangenen Herbst ist das einst boomende Land auf Generationen verschuldet. Die Arbeitslosenrate, die unter zwei Prozent lag, stieg auf knapp zehn Prozent. Die rund 320.000 Isländer haben Angst davor, dass ein zweiter Kollaps folgen und die Wirtschaft völlig lahmlegen könnte.