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Sotschi vor umkämpfter Bürgermeisterwahl

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Sotschi vor umkämpfter Bürgermeisterwahl

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Wer an diesem Sonntag in Sotschi die Bürgermeisterwahl gewinnt, ist in fünf Jahren auch Gastgeber für Olympia: 2014 richtet die russische Schwarzmeerstadt die Winterspiele aus.

Aller Voraussicht nach wird das Anatoli Pachomow sein, der seit einem halben Jahr als Bürgermeister amtiert. Er tritt für die Regierungspartei Geeintes Russland an. Die Medien haben nur ihn unterstützt; und andere Bewerber beschweren sich auch über weitere Benachteiligungen. Boris Nemzow, der bekannte Regierungskritiker, ist wahrscheinlich Pachomows erster Herausforderer. Von ursprünglich 26 Bewerbern wurden letztlich sechs zugelassen: neben Nemzow der kommunistische Bewerber und drei wohl chancenlose Kandidaten. Von einem schmutzigen Wahlkampf – sogar nach russischen Maßstäben – spricht Garri Kasparow, der Nemzow-Verbündete. Zu viel stehe auf dem Spiel, sagt er: Es gehe ja nicht um Boris Nemzow gegen diesen unbekannten Bürgermeister, sondern es sei buchstäblich ein Kampf gegen Wladimir Putin. Schließlich sei Sotschi dessen inoffizielle Hauptstadt. Regierungschef Putin hat hier seinen Sommersitz. Auch für die Olympischen Spiele 2014 hat er sich maßgeblich eingesetzt. All das erklärt auch, warum die Wahl in einer vergleichsweise kleinen russischen Stadt wie Sotschi ein solches Interesse erweckt.