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Schweinegrippe vergrößert wirtschaftliche Probleme Mexikos

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Schweinegrippe vergrößert wirtschaftliche Probleme Mexikos

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Die Weltwirtschaftskrise hat Mexiko ohnehin schon stark getroffen, jetzt kommt noch die Schweinegrippe hinzu. In deren Umfeld dürfte nun auch der Konsum in dem mittelamerikanischen Land weiter deutlich zurückgehen. Wegen der Seuche wurden bereits Großveranstaltungen abgesagt, Restaurants, Theater und Kinos blieben insbesondere in den Großstädten geschlossen.

“Ohne das Wirtschaftstreiben nun gänzlich aufzuheben, werden wir aber versuchen, es in den Städten so weit wie möglich runterzufahren. Wir befinden uns in einer kritischen Phase, insbesondere diese Woche wird sehr entscheidend.” Um 70 Prozent sind die Einnahmen der Gastronomen gefallen. Noch eine Woche, und die ganze Stadt ist pleite, so einige Wirtschaftsexperten. Die Schulen, die bislang nur in Mexiko-Stadt geschlossen waren, haben nun landesweit ihre Schüler bis zum 6. Mai in die Ferien geschickt. Auch die Wirtschaft wird nicht nur in der 20-Millionen-Metropole getroffen, auch kleinere Städte wie Tijuana im Nordwesten des Landes kämpfen neben Drogenkrieg und Wirtschaftskrise nun auch mit der Schweinegrippe. In der Konsequenz rechnen Experten bereits mit einem Anstieg der Wirtschaftschrumpfung. Während man bislang von einem Sinken des Bruttoinlandprodukts für das Jahr 2009 um 4,5 Prozent ausging, könnte die Schweinegrippe dieses nun auf 5,1 Prozent anheben. Die Umsätze des Einzelhandels sind im Februar sogar im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent eingebrochen, das war allerdigns noch vor dem Ausbruch des mutierten H1N1-Virus. Der Dienstleistungssektor repräsentiert 60 Prozent der mexikanischen Wirtschaft, wenn nun auch noch die Touristen ausblieben, könnte auch das finanzielle Fiasko noch grösser ausfallen. Bei den größten deutschen Reiseveranstaltern können Touristen bereits kostenlos umbuchen. Und auch das Auswärtige Amt hat seinen Reisehinweis für Mexiko verschärft. Für dringend benötigte Ausrüstung und Medikamente zur Bekämpfung der Seuche hat die Weltbank nun 19,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, 138 weitere Millionen als Kredit.