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Barack Obamas erste 100 Tage

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Barack Obamas erste 100 Tage

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Barack Obama sah sich gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft einer großen Herausforderung gegenüber: Der Finanzkrise aus der anschließend die größte Wirtschaftskrise in den USA seit den 30er Jahren hervorging. Am 17. Februar unterschrieb Obama in Denver den “American Recovery and Reinvestment-Act”, ein 790 Milliarden Dollar großes Konjunkturprogramm, das die Folgen der Finanzkrise abdämpfen und 3,5 Millionen Arbeitsplätze schaffen soll. Schwerpunkt des Programms sind Steuersenkungen. Allein 290 Milliarden Dollar sollen dafür sorgen, den Konsum in den USA anzukurbeln. Der Rest ist für Investitionen in Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur vorgesehen. Auch wenn sich jetzt noch nicht alles zum Guten entwickelt hat, so haben die Amerikaner dennoch ihr Vertrauen nicht aufgeben, so wie dieser Kalifornier. “Ich halte den Rettungsplan für unsere Wirtschaft für wirklich positiv. Natürlich gibts da auch viele Kritiker, aber wir müssen jetzt mal abwarten und sehen was passiert.” Nach aktuellen Umfragen sind nach 100 Tagen zwei Drittel der Amerikaner mit der Arbeit Obamas zufrieden. Aber allen kann man es natürlich nie recht machen: “Ich plädiere für mehr Geld für das Gesundheitswesen, insbesondere bei unserem Anspruch des weltweiten Vorbildes. Aber es scheint mir nach 90 oder 100 Tagen zu früh zu sein, um ein Fazit zu ziehen.” Obama sah sich zudem bei seiner Übernahme mit zwei aktuellen Kriegen seines Landes konfrontiert: Im Irak und in Afghanistan. Relativ schnell gab er bekannt, sich in Afghanistan und auch in Pakistan stärker im Antiterrorkrieg engagieren zu wollen, zum Beispiel mit dem Ziel Al Kaida zu zerschlagen. Aus dem Irak allerdings will der 44.Präsident seine Truppen bis Ende 2011 komplett zurückgezogen haben: “Lassen Sie es mich so einfach wie möglich sagen: Unsere Kampfhandlungen im Irak werden am 31.August 2010 beendet sein.” Nicht nur der Irak sondern auch die Schließung des Gefängnisses in Guantanamo innerhalb eines Jahres zeigt einen Bruch des Demokraten mit der Politik seines Vorgängers George W.Bush. Im Februar befanden sich in Guantanamo noch 245 Häftlinge in Gewahrsam. Was aus ihnen wird, ist noch nicht entgültig geklärt, Obama hofft, dass auch andere Nationen ehemals Inhaftierte bei sich aufnehmen. Und auch außenpolitisch tritt er wesentlich bescheidener auf. Mit dem Satz ‘Wir können uns weder aus der Welt zurückziehen noch versuchen, sie in die Unterwerfung zu schikanieren’ verlangte Obama von seinen Landsleuten, dass sie „in der Welt führen sollen – in der Tat und als Vorbild“. In den ersten 100 Tagen hat Barack Obama auf jeden Fall bewiesen, dass ein großer Politik-Wechsel stattgefunden hat, zwischen dem 43. und dem 44. Präsidenten der USA.