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Wahlmüdigkeit – trotz hoher Erwartungen

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Wahlmüdigkeit – trotz hoher Erwartungen

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In sechs Wochen wird ein neues Europa-Parlament gewählt. Doch den Umfragen zufolge will EU-weit gerade einmal ein Drittel der Wahlberechtigten seine Stimme abgeben. Dennoch: Die Erwartungen der Bürger an die Abgeordneten in Straßburg sind hoch. Die meisten Europäer denkenzunächst an Wirtschaftsthemen – aber nicht nur: “In erster Linie ist natürlich die Finanzkrise!”, antwortet eine Frau in Brüssel spontan. “Und auch die Rolle, die Europa auf der internationalen Bühne spielt. Das sind für mich die beiden Hauptpunkte!” Nur wenige Straßen weiter kommentiert ein Passant, es solle einfacher sein, gewisse Repräsentanten der Europäischen Union zu treffen. “Man sollte konkretere und nähere Kontakte haben.” Und eine weitere Dame fasst zusammen: “Die Wirtschafts- und Finanzkrise, Umweltschutz, Ausbildung… Alles was zum Wohl der EU-Bürger beiträgt!”

Das Meinungsfoschungsinstitut Gallup befragte tausende Bürger nach ihren Gründen, zur Wahl zu gehen – oder eben nicht. Eine große Mehrheit denkt, so hieß es, ihre Stimme würde nichts änderen, oder dass die Abgeordneten sich nicht mit relevanten Themen beschäftigen. Eine ernsthafte und ehrliche Debatte fehlt in Europa, so dieser Joachim Starbatty, Wirtschaftsprofessor aus Tübingen: “Nur zu sagen: wir sind für Europa, wir arbeiten für Europa das reicht nicht. Da muss man sich Mühe geben, man muss sich mit den Punkten in Europa auseinandersetzen die auch kritisch sind.” Die Leute, so Starbatty weiter, würden immer zunächst die kritischen Punkte sehen, und weniger aufmerksam gegenüber den positiven Aspekten sein. “Das heißt, man muss anfangen mit den Bürgern über Europa zu reden und nicht sich nicht nur beklagen, dass die Menschen von Europa nichts wissen wollen.”