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Europäische Union feiert 5 Jahre größte Erweiterung

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Europäische Union feiert 5 Jahre größte Erweiterung

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Am Freitag jährt sich zum 5.Mal die bislang größte Erweiterungsrunde der Europäischen Union. Am 1.Mai 2004 waren gleich zehn Mitglieder in den Staatenverbund neu hinzugekommen, darunter auch Länder aus Osteuropa, welche zuvor durch den Eisernen Vorhang über Jahrzehnte vom Rest Europas getrennt waren. Auch Rumänien und Bulgarien, die sich 2007 der EU anschlossen, gehören zu den ehemals ausgesperrten Nationen. Seit 2004 ist die Bevölkerung innerhalb der EU um 26 Prozent angewachsen, die Fläche hat sich sogar um 34 Prozent erhöht. Trotz der Angst der Einwohner in den reicheren Ländern Westeuropas hat sich der beführchtete Ansturm der billigen Arbeitskräfte aus dem Osten noch nicht bewahrheitet. Aufgrund der vielen Neuaufnahmen steht die EU momentan vor internen Strukturproblemen und dennoch wollen immer mehr Staaten Teil der EU werden. Die Kritiker mehren sich, ob der Staatenverbund weiterhin interessierte Länder aufnehmen oder sich zunächst seiner Homogenität zuwenden soll. Kroatien und die Türkei sind die aktuellen Beitrittskandidaten. Während Zagreb ganz gute Aussichten hat, 2010 oder 2011 beizutreten, ist die Situation beim Land vom Bosporus komplizierter. Zumindest wird aber schon mit beiden Bewerbern verhandelt, während Mazedonien zwar 2005 den offiziellen Status eines Bewerbers erhalten hat, der Beginn von Verhandlungen aber noch nicht terminiert ist. Lediglich Bewerberländer sind derzeit Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowin und Serbien. Und auch von der neugewählten rot-grünen Regierung in Island wird ein Beitrittsgesuch erwartet. Obwohl alle EU-Mitgliedsstaaten den bisherigen Stadien des Beitrittsprozesses zugestimmt haben, ist ein Beitritt der Türkei höchst umstritten. Ein möglicher Beitritt ist bereits seit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in der politischen Diskussion. Die USA haben den Mitgliedern der EU eine Aufnahme der Türkei mehrmals nahegelegt, weil sie einen geostrategischen Vorteil für die westliche Welt durch die Integration der Türkei in die EU erhoffen. Nach den zuvor gescheiterten EU-Verfassungs-Referenden in den Niederlanden und in Frankreich soll nun zumindest der Vertrag von Lissabon der neuen Größe der EU Rechnung tragen und sie handlungsfähiger machen. Nach dem abgelehnten Referendum in Irland im Juni 2008 ist aber nun auch dessen Inkrafttreten zum 1.1.2009 auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Irland war das einzige Land, in dem die Bevölkerung um ihre Meinung zum Vertrag von Lissabon befragt wurde, am 4. und 7.Juni können nun aber alle EU-Bürger an der Wahl zum Europaparlament teilnehmen.