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Fiat und Magna wollen Einstieg bei Opel

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Fiat und Magna wollen Einstieg bei Opel

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Vor einem möglichen Einstieg von Fiat beim deutschen Konkurrenten Opel stehen weiterhin hohe Hürden: Am Montag kommt deshalb Fiat-Chef Sergio Marchionne zu Gesprächen mit der Bundesregierung nach Berlin. Von Fiat als Partner sind nicht alle begeistert; der Wirtschaftsminister hält sich aber erst einmal alles offen:

“Die Bundesregierung hat keine Vorfestlegung getroffen”, sagt Karl-Theodor zu Guttenberg. “Die Bundesregierung geht völlig offen in diese konzeptionellen Gespräche hinein und noch einmal: Entscheidend ist, dass sich die Unternehmen untereinander einigen. Da hat die Bundesregierung nun wirklich dazu nichts beizutragen.” Kritiker weisen aber zum Beispiel darauf hin, dass beide Hersteller mit den gleichen Modelltypen die gleichen Märkte beliefern, sich also gegenseitig kaum ergänzen. Auch die Opel-Arbeitnehmer bleiben skeptisch, wie Rainer Einenkel, der Betriebratschef im Werk Bochum und auch Mitglied im Opel-Aufsichtsrat: “Wir haben mit Fiat riesengroße Probleme, wenn die denn bei uns einsteigen wollen”, sagt Einenkel. “Wir wissen, dass wir sehr gute Autos bauen: Wir wollen auch eine Zukunft haben und wir haben unsere Zweifel, ob diese Zukunft mit Fiat gelingen kann, weil wir bis heute auch kein schlüssiges Konzept vorgelegt bekommen haben.” Da scheint der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna willkommener. Magna würde russische Partner mitbringen – die Sberbank und GAZ, den Hersteller der Wolga-Wagen. Das könnte Opel einen Zugang nach Russland verschaffen. Magna gilt auch als interessant, weil die Firma selbst Autos entwirft und baut – bis auf gelegentliche eigene Konzeptstudien allerdings im Auftrag anderer Hersteller, wie BMW oder Peugeot. Für alle Interessenten drängt aber die Zeit, auch weil das Schicksal der amerikanischen Opel-Mutterfirma GM ungewiss ist. Noch diesen Monat will die Regierung in den USA von GM ein Sanierungskonzept sehen: Fällt das nicht zur Zufriedenheit aus, würde auch für General Motors der Weg zunächst in den Konkurs führen – wie gerade beim kleineren Konkurrenten Chrysler.