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Gefangenenverlegung in Lyon

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Gefangenenverlegung in Lyon

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Im französischen Lyon sind an diesem Sonntag mehr als 400 Strafgefangene in ein neu erbautes Gefängnis verlegt worden. Es ist die größte Aktion dieser Art in der Geschichte des Landes. Die Gefangenen wurden am frühen Morgen aus den Haftanstalten St. Paul und St. Joseph im Zentrum Lyons im 20-Minuten-Rythmus in Gruppen zu jeweils 16 Mann abgeholt. Um die Verlegung zu sichern, waren mehrere Hundert Sicherheitskräfte und ein Hubschrauber im Einsatz. Das größte Risiko bestehe in der Fluchtgefahr, sagte ein Beamter. Man könne aber auch eine Rebellion nicht ausschließen, denn manche Häftlinge wollten nicht in ein anderes Gefängnis verlegt werden. Der genaue Zeitpunkt der Verlegung in die neue Haftanstalt bei Corbas im Umland von Lyon war weder den Gefängniswärtern noch den Häftlingen mitgeteilt worden. Fast alle Gefangenen erhalten dort eine Einzelzelle mit eigenen sanitären Anlagen. Die Haftanstalt verfügt über einen Fußballplatz, Trainingsräume und mehrere Werkstätten. Sie wird von einer privaten Immobiliengesellschaft betrieben. In St. Joseph war der ehemalige Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie, 1991 gestorben. Der auch als “Schlächter von Lyon” bekannte Nazi-Verbrecher verbüßte dort eine lebenslange Haftstrafe wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.