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"Hochzeit im Himmel" - FIAT träumt von Opel

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"Hochzeit im Himmel" - FIAT träumt von Opel

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FIAT steuert auf die Schaffung eines neuen Automobilgiganten zu. In einem Interview mit der FINANCIAL TIMES hat FIAT-Chef Sergio Marchionnne erstmals ein konkretes Übernahmekonzept vorgestellt. Es wird auch den Gesprächen mit dem deutschen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin zugrundeliegen. So soll die Autosparte des FIAT-Konzern von den Industrieaktivitäten und der LkW- und Sportwagenherstellung abgespalten und mit Opel, Saab und der Chrysler-Beteiligung verschmolzen werden. Das vorläufig FIAT/Opel genannte Unternehmen soll im Herbst an der Börse eingeführt werden.

Während Marchionne von einer im “Himmel geschlossenen Hochzeit spricht” fragt man sich in Deutschland, ob in dem neuen Riesen für Opel noch Platz ist. Die Gewerkschaften befürchten bei einem Einstieg von FIAT einen Arbeitsplatzabbau. FIAT will zwar den Erhalt aller Opel-Werke garantieren, nicht aber in bestehender Größe. Mit 6 bis 7 Millionen verkaufter Fahrzeuge würde ein neuer Gigant entstehen, so groß wie Volkswagen. Der bisherige Opel-Mutterkonzern General Motors würde Minderheitseigner des neuen Unternehmens. Der 30-Prozent-Anteil der Fiat-Gründerfamilie Agnelli würde verwässert. Während FIAT für seinen 20-Prozent-Anteil an Chrysler kein Geld ausgeben musste, hat es für Opel rund eine halbe Milliarde Euro geboten. Das ist der Opel-Mutter deutlich zu wenig sei. Magna und seine russischen Partner wollen fünf Milliarden bieten. Das Konsortium wird von den Arbeitnehmern favorisiert. Kritiker werfen FIAT vor, sich über die Fusion mit Opel deutsche und britische Staatsgarantien sichern zu wollen, um das Engagement bei Chrysler bezahlen zu können.