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Nato in Afghanistan

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Die NATO stellt sich auf einen blutigen Sommer in Afghanistan ein. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres nahmen die Angriffe der Talibankämpfer gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 73 % zu, so NATO-Berichte. In den kommenden Wochen werden daher 17000 zusätzliche US-Soldaten im Taliban-dominierten Süden des Landes stationiert. Bis Ende 2009 rechnet die NATO damit, 130 000 Soldaten auf afghanischem Boden zu haben. Eine erfolgversprechende Strategie? Der Experte Greg Austin meint nein. “Natürlich muss die NATO mehr in Afghanistan investieren, wenn sie sich dort weiter engagieren will. Aber dies betrifft zivile Belange, militärische Logistik und den Geheimdienst,” sagte Austuin. “Einfach nur weitere Truppen zu stationieren, wird das Problem nicht lösen. Die US-Regierung sucht intensiv nach einer neuen zivilen Offensive, das sollte die NATO auch tun.”

Ziel der NATO ist die Sicherheit von mehr als 90% der Zivilbevölkerung im Süden. Danach sollen humanitäre Organisationen dort den Wiederaufbau unterstützen und Entwicklungsarbeit leisten. Ein Ziel, das durch Fehler wie zuletzt in Herat kaum erreicht werden dürfte. Italienische Soldaten beschossen dabei irrtümlich ein Zivilfahrzeug. Ein zwölfjähriges Mädchen starb, drei Angehörige wurden verletzt. Die Frage ist aber auch, ob die NATO nicht gerade einen Krieg gegen die Taliban verliert, wärend sie offiziell gegen Al Qaida im Eisatz ist. Greg Austin dazu: “In den USA glauben viele, dass mit dem Kampf in Afghanistan der Kampf gegen Al Qaida gefochten wird. Aber das stimmt nicht. Al Qaida hat Afghanistan längst verlassen und würde eher in viele andere Länder gehen, als nach Afghanistan.” Diese These stellt die Truppenverlegung aus dem Irak nach Afghanistan ebenso in Frage wie das Rechtfertigungsargument Al Quaida.