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Die "Stasi"

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Die "Stasi"

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Eines der dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte begann in den frühen Tagen des Arbeiter- und Bauernstaates. Am 8. Februar 1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit gegründet. Das von der SED als “Schild und Schwert der Partei” bezeichnete Organ, im Volkmund Stasi, diente vor allem der innenpolitischen Überwachung.

Über 30 Jahre war die Behörde unter der eisernen Führung von Erich Mielke. In dieser Zeit wurden hunderttausende Menschen ausspioniert und inhaftiert. In 17 Untersuchungsgefängnissen wurden sie gefoltert, teilweise krebserregender radioaktiver Strahlung ausgesetzt und sogar zum Tod verurteilt. Zum Ende der DDR beschäftigte die Staatssicherheit 91 000 offizielle Mitarbeiter, die Zahl der inoffiziellen Mitarbeiter betrug mehr als 100 000. Dem legendären Geheimdienstchef Marcus Wolf gelang essogar, einen Spion in das Bonner Kanzleramt einzuschleusen. Günther Guillaume brachte Willy Brandt 1974 zu Fall. Nach dem Mauerfall im November 1989 machte sich die Staatsicherheit an die Zerstörung der Akten. Doch am 15. Januar 1990 stürmten Bürger die Stasi-Zentrale und erzwangen deren Öffnung.Etws 5% der Aktenmassen waren da bereits zerstört. Die Stasi sammelte Material über Millionen von DDR-Bürger. Am 29. Dezember 1991 trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft, das den Zugang der Betroffenen zu ihren Akten ermöglicht. Die in 16 000 Säcken gelagerten Fragmente wieder zusammen zu setzen würde nach Expertenschätzungen etwa 150 Jahre dauern. Eine dieses Jahr installierte spezielle Software verkürzt diesen Vorgang auf wenige Jahre. Die Aufarbeitung der Geschichte der DDR geht indes weiter.