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Robbenjagd weltweit

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Robbenjagd weltweit

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Kaum einer, der beim Anblick eines weißen Robbenbabys nicht in Verzückung gerät, entsprechend groß die Zahl der Tierfreunde, die sich für die Meeressäuger einsetzen.

Das weiße Fell eines Seehundjunge schützt es. Ein paar Tagen später aber zeigen sich erste graue Flecken im Pelz, und das Leben der Robbe ist in höchster Gefahr. Dann nämlich wird es vom Muttertier verlassen und gleichzeitig zur Jagd freigegeben. Seit 1987 gilt diese Altergrenze für die Jagd auf Jungtiere in Kanada. Alljährlich werden weltweit über 900 000 Robben erlegt: 60% davon in Kanada, Grönland und Namibia. Island, Norwegen, Schweden, Finnland Großbritannien , Russland und die USA jagen die übrigen. Ein besonders blutiges Gemetzel findet zur Jagdsaison Ende März im kanadischen Sankt-Lorenz-Golf statt. Groß das Entsetzen der Tierschützer weltweit über die brutale Tötung mit dem “Hakapik” – sie erinnert an das in Europa praktizierte “Keulen” von Geflügel, lässt den wertvollen Pelz der Tiere aber nahezu unversehrt. Anders als bei der weiter nördlich in Neufundland praktizierten Jagd mit dem Gewehr. 2008 erlaubte Kanada die Tötung 275 000 Robben, dieses Jahr von 280 000. Die Gesamtpopulation im Land beträgt laut Kanadas Regierung 5,5 Millionen Tiere. Verwertet wird der gesamte Kadaver, also auch das Fleisch und die Fettschicht, aus der Omega-3-Fettsäuren gewonnen werden. Wichtigste Einnahmequelle ist aber das Fell, es wird von der Bekleidungsindustrie verarbeitet. Die gößten Seehundfellimporteure waren bisher Dänemark und Italien. Dies dürfte sich nun bald ändern. Tierschützer setzen sich schon seit Jahren für die Seehundbabys ein. Offenbar mit Erfolg: Russland hat gerade erst die Jagd auf Jungtiere in der Arktis verboten und überlegt, das Verbot auf das kaspische Meer und den Baikalsee auszuweiten.