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Taliban destabilisieren Pakistan

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Taliban destabilisieren Pakistan

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Obamas Erfolg seiner Afghanistan-Strategie hängt zum großen Teil von Pakistan ab. Seit dem 11. September 2001 ist das Land Allierter der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Doch die Lage ist instabil. Der Vormarsch der Taliban verstärkt die Sorge um das Atomwaffenarsenal. Washington ist verärgert und beschuldigt die Regierung, vor den Taliban zu kapitulieren.

In der pakistanischen Bevölkerung wächst dagegen die Befürchtung, die USA könnten sich zu sehr in das Land einmischen. Ein Bewohner sagte: “Präsident Asif Ali Zardari sollte Obama folgende Botschaft überbringen: Wir sind kein Spielzeug. Wir wollen nicht Spielball Amerikas sein. Wir sollten selbst entscheiden.” Ein umstrittenes Friedensabkommen zwischen der pakistanischen Regierung und den Fundamentalisten scheiterte. Die Taliban hielten sich nicht an die Abmachung und dehnten ihren Einflussbereich aus. Tausende Menschen flüchteten. Beobachtern zufolge, sieht die Regierung trotzdem noch immer Indien als den größten Feind an und nicht die Taliban. Die radikal-islamischen Talibankämpfer kontrollieren nach eigenen Angaben 90 Prozent des Swat-Tals. Inzwischen rückten sie auch in den Bezirk Buner vor. In dem unwegsamen Gebiet soll sich auch der Chef des Terrornetzwerkes Al Kaida, Osama bin Laden, jahrelang versteckt haben. Pakistan und Afghanistan blicken auf eine lange Geschichte des gegenseitigen Misstrauens zurück. Obama muss nun einen Weg finden, beide Länder im Kampf gegen den Terrorismus vereinen. Vor zwei Tagen gab Afghanistans Präsident Hamid Karzai bekannt, für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Überraschend will er den früheren Milizenführer Fahim zu seinem ersten Stellvertreter machen. Ihm werden Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Entscheidung löste international die Sorge aus, das Land entferne sich damit von einer friedlichen Lösung des Konflikts.