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Spekulationen über neuen Riesen der Autobranche

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Spekulationen über neuen Riesen der Autobranche

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FIAT-General Motors”, könnte so demnächst der zweitgrößte Autokonzern der Welt heißen? Die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen geben zu Spekulationen Anlass. Die beiden Firmen streben eine Fusion ihrer europäischen Unternehmensteile an.

FIAT-Chef Sergio Marchionne, der die italienische Marke aus der Krise führte, greift bereits nach dem amerikanischen GM-Konkurrenten Chrysler. Seine Devise heißt Effizienz. Er rechnet damit, nach der Restrukturierung von Chrysler Chef auch dieses Unternehmens zu werden, an dem FIAT einen Anteil von 20% haben wird, später sogar 35% – nach einem Technologie-Transfer in Richtung USA und der Öffnung des FIAT-Händlernetzes für Chrysler-Fahrzeuge. Aber damit will sich Marchionne nicht zufriedengeben. Dieser Jurist und Wirtschaftsprüfer strebt nach Höherem und Größerem, nach einem Autokonzern mit einer jährlichen Produktionskapazität von etwa sechs Millionen Fahrzeugen, der damit die Größe hätte, mit der man am Weltmarkt wettbewerbsfähig ist. Doch nach seiner Einschätzung werden weltweit etwa 30 Millionen Fahrzeuge zu viel hergestellt, und deshalb soll auf dem Weg an die Weltspitze abgespeckt werden. OPEL hat Marchionne im Visier, und weitere GM-Töchter wie SAAB und Vauxhall. Nach Informationen des deutschen Handelsblatts ist in einem FIAT-Dokument vom 3.April von Maßnahmen die Rede, die zehn Fabriken in Europa betreffen. Das Opel-Werk in Kaiserslautern soll demnach geschlossen werden, vier weitere Fabriken sind in Gefahr, darunter die in Graz, zwei in Italien und ein britisches Werk. Fünf Standorte sollen verkleinert werden, darunter auch das OPEL-Stammhaus in Rüsselsheim und Bochum. Auch das Werk im belgischen Antwerpen ist betroffen. Der FIAT-Plan hätte den Verlust von 18.000 Arbeitsplätzen zur Folge, rund 16 Prozent der gegenwärtig mehr als 100.000 Stellen von General Motors und FIAT in Europa. FIAT hat die Schließungspläne dementiert. Die Idee hat wenig Fürsprecher in Deutschland, wo Opel 25.000 Beschäftigte hat. Die Frage des Überlebens des traditionsreichen Rüsselsheimer Autobauers ist im deutschen Wahljahr 2009 ein ausgesprochenes Politikum.