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Erneut Bootsflüchtlinge nach Libyen abgeschoben

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Erneut Bootsflüchtlinge nach Libyen abgeschoben

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Die italienische Regierung hat erneut eine Gruppe von 163 Bootsflüchtlingen nach Libyen zurückbringen lassen. Medienberichten zufolge wurden sie gestern vor der Insel Lampedusa aufgegriffen und direkt zurückgeschickt, ohne italienischen Boden betreten zu haben. Italien hat im vergangenen Jahr mit Libyen ein Abkommen geschlossen, in dem Tripolis sich verpflichtet, stärker gegen illegale Immigranten vorzugehen.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte, man werde nur noch diejenigen einreisen lassen, die die Voraussetzungen für politisches Asyl erfüllten. Gemäß internationaler Abkommen sei Italien lediglich verpflichtet diejenigen aufzunehmen, die italienischen Boden betreten würden.

Erst am Donnerstag waren 227 Bootflüchtlinge direkt nach Libyen zurückgebracht worden. Innenminister Roberto Maroni von der ausländerfeindlichen Regierungspartei Lega Nord hatte das als “historischen Wendepunkt im Kampf gegen die illegale Einwanderung” bezeichnet. In diesem Jahr sind bislang mehr als 4000 Flüchtlinge an der italienischen Küste angekommen.