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Der Papst in Jad Vaschem

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Der Papst in Jad Vaschem

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Die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. An diesem Ort wird Papst Benedikt XVI. heute Abend eine Rede halten, ein heikler Punkt auf seiner Tagesordnung, denn sein Verhältnis zu den Juden ist nicht frei von Belastungen. Manche Israelis werfen ihm seine Vergangenheit in der Hitlerjugend vor, außerdem will der Vatikan Pius XII. seligsprechen. Für Israel ist Pius aber der Papst, der zur Judenvernichtung im Dritten Reich geschwiegen hat. Der Leiter der Gedenkstätte, avner Schalev, sagt, Pius habe sich niemals öffentlich geäußert. Es habe nie eine Rede über das Schicksal der Juden gegeben, die Morde an den Juden, den Holocaust. Hier sein man sich einig, Man wisse – und auch er denke das – niemand sei anderer Meinung: Pius habe sich nie geäußert.

Dazu kommt die umstrittene Entscheidung im Fall Richard Williamson: Die Wiederaufnahme mehrerer abtrünniger Bischöfe in die katholische Kirche, darunter mit Williamson ein erklärter Leugner der Judenvernichtung durch die Nazis. So wird der Papst zwar die Gedenkstätte selbst besuchen, das Museum von Jad Vaschem aber nicht. Benedikt bezeichnete den Holocaust inzwischen mehrfach als Verbrechen gegen Gott und die Menschheit, eine Leugnung sei unerträglich und nicht hinzunehmen.